Auf dem Weg zur PrĂ€senz oder: „hole alles aus mir heraus …“

Ein neuer Gesangaspirant (*1), mit dem ich neulich den Vertrag fĂŒr das „Walking on Clouds“ – Programm abgeschlossen habe, schrieb unter seine Zusage:

Unter einer Bedingung: „Hole bitte alles aus mir heraus, was geht“. Darauf konnte ich nur antworten: „Ja, gerne. Und hole du bitte alles aus mir heraus“.

Und dies bringt es auf den Punkt: fĂŒr mich persönlich ist es sehr erfĂŒllend, wenn meine Coachees mein ganzes Wissen nutzen, abfragen und förmlich aus mir heraus kitzeln!

Dieses „ich möchte alles geben“ gilt im selben Maße fĂŒr die BĂŒhne! Stell dich auf die BĂŒhne und gib alles!

NatĂŒrlich gehört dazu eine gute Vorbereitung. Es gehört dazu, dass du deiner sicher bist und weißt, was du zu geben hast.

Es gehört dazu, dass du ein Bewusstsein darĂŒber hast, dass deine Performance, dein Können wertvoll ist!

Dass es eine Bedeutung hat. FĂŒr dich und auch fĂŒr viele andere, die in dein Konzert kommen!

Ich nenne es auch: Die ununterbrochene Hinbewegung zum Publikum.

Wir SÀngerinnen und SÀnger möchten Erfolg haben, Anerkennung, begeisterten Beifall.
Doch zuerst bist du selbst dran, etwas zu geben. Wende dich zum Publikum hin. Singe es an mit deiner Mimik, sieh es an, lasse niemanden aus. Versuche, nicht daran zu denken, ob du gut ankommst.

Bleibe bei dir selbst, spĂŒre deine KreativitĂ€t, deinen eigenen Flow und den deiner Band.
Je stĂ€rker du deiner selbst bewußt bist, desto leichter kann das Publikum „ja“ zu dir sagen.
Tauche ganz in dich selbst, in deine Musik hinein und gib alles, was du aus dir selbst herausfließt.

Und bald merkst du, dass auch das Publikum in einen Flow kommt, deine Aktion und die Reaktion der Zuhörer*innen werden eins,
du hörst die berĂŒhmte Stecknadel fallen, auch bei den lautesten Gitarrenriffs …

So gibst du und dein Publikum euer Bestes und das Konzert wird ein tolles Erlebnis.

 

 

(*1) Aspirant : Die etymologische Bedeutung des Wortes ist in diesem Zusammenhang interessant.

Singen ist einhauchen, anhauchen ….

Frz. aspirant, dem substantivierten Part. PrĂ€s. von frz. aspirer ‘an-, einhauchen, etw. anstreben’. Zugrunde liegt lat. aspÄ«rāre ‘hinhauchen’, ĂŒbertragen ‘sich zu nĂ€hern suchen’, mlat. ‘etw. erstreben’; vgl. lat. spÄ«rāre ‘hauchen, atmen’ und ad- ‘zu, an, hin(zu), heran, herbei (Quelle: www.dwds.de)

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