Die Stimme im Popularbereich: Das am meisten unterschätzte Instrument!

Bedenke, dass professionelles Singen dem Leistungssport gleichkommt. Gutes Training und die richtige Art zu entspannen sind von zentraler Bedeutung für ein langes Berufsleben in dieser Branche!

Was noch dazu kommt und oft nicht beachtet wird:

Die Sprechbelastung. Als Sänger*in bist du oft Ansprechpartner*in für alles, es sei denn, du hast schon gut delegiert.

Hier ein interessanter Artikel zum Thema Leistungssport und Gesang. In dem Fall betrifft es die Oper, es gilt in gleichem Maße für den Gesang im Rock/Pop Bereich!

 

Aus „Rondo“ Magazin für Klassik und Jazz, Ausgabe 2/2011

Hochleistungssport Operngesang

»Man singt mit dem ganzen Körper«

Thomas Voigt hat ein Faible für Sänger. Seine Interview-Bücher mit Martha Mödl und Inge Borkh, seine Filme über Lisa della Casa und Jonas Kaufmann sind einfühlsame Annäherungen an den Menschen hinter dem Künstler. Sein neuester Dokumentarfilm »Hochleistungssport Operngesang«, wieder in Zusammenarbeit mit Barbara und Wolfgang Wunderlich, nähert sich der Materie aus einer anderen Perspektive. Im Gespräch mit Miquel Cabruja erläutert der Autor die verblüffenden Analogien zwischen den beiden Berufsfeldern.

RONDO: Herr Voigt, Oper und Leistungssport – kann man das wirklich miteinander vergleichen?

Thomas Voigt: Singen stellt in der Tat ähnlich hohe Ansprüche an den Körper wie Leistungssport. Während Spitzensportlern bei Verletzungen das kollektive Mitleid sicher ist, gelten Sänger mit Problemen schnell als kapriziöse Diven und werden verdächtigt, sich für besser bezahlte Engagements zu schonen. Dieses alte Klischee war mit ein Grund, weshalb wir diesen Film gemacht haben.

RONDO: Welche Muskeln spielen beim Singen eine Rolle?

Voigt: Man singt mit dem ganzen Körper, entsprechend ist ein Ganzkörpertraining zum so genannten Einsingen erforderlich. Auch hier der Vergleich zum Sport: Nur eine aufgewärmte Muskulatur kann die Impulse geben, die etwa beim Stabhochsprung wichtig sind.

RONDO: Thema Schnellkraft. Eine Oper von Wagner dauert aber schon einmal gut fünf Stunden …

Voigt: Ausdauer ist genauso wichtig. Es wurden bei Sängern schon einmal Kalorienmessungen gemacht. Dabei wurde festgestellt, dass ein Heldentenor den Kalorienumsatz eines Maurers hat. Hauptpartien bei Wagner sind Schwerstarbeit. Nur darf es nicht so klingen.

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